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Mit dem Zerfall der Sowjetunion und in Folge der daraus erlangten Selbstständigkeit der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen änderte sich auch das Erscheinungsbild der Feuerwehren. Bereits kurz nach der staatlichen Unabhängigkeit kamen zahlreiche skandinavische Einsatzfahrzeuge vom Gebrauchtwagenmarkt oder als Schenkung ins Baltikum. Nach dem Beitritt zur Europäischen Union wurden dann vermehrt Neufahrzeuge beschafft. Als nördlichstes Land im Baltikum setzte Estland dabei vornehmlich auf Scania Chassis mit Aufbauten von Rosenbauer/Österreich und später auch Saurus/Finnland. Trotzdem befinden sich immer noch Fahrzeuge aus russischer Produktion im Einsatzdienst. Die neueste Generation Löschfahrzeuge, die seit 2007 eingeführt wird, ist auf Chassis von MAN mit Aufbauten von Empl aufgebaut. Insgesamt sollen vom genannten Typ 44 Fahrzeuge für Feuerwehren im ganzen Land beschafft werden. Da diese Beschaffung zentral erfolgt, können Synergieeffekte genutzt werden, die bei einer Einzelbeschaffung nicht zu realisieren wären.

 

Fahrgestell

Das MAN TGM-Chassis 18.330 4x2 BB mit 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und 4250 mm Radstand ist mit einem Motor von 330 PS Leistung ausgestattet. Dieses Aggregat verleiht dem Tanklöschfahrzeug im Zusammenspiel mit der Tipmatic Schaltung gute Beschleunigungswerte im innerstädtischen Verkehr. Als Mannschaftskabine wurde die serienmäßig von MAN lieferbare Staffelkabine verwendet, die teilweise mit sechs (1+5) oder sieben (1+6) Sitzplätzen ausgestattet wurde. Außer dem Fahrersitz sind alle Sitze mit integrierten Halterungen für Pressluftatmer ausgestattet. Des weiteren ist eine leistungsfähige Standheizung für die Kabine eingebaut. Die Anhängerkupplung ist wechselbar ausgeführt, um verschiedene Anhängertypen anzuhängen. Die Warneinrichtung für Alarmfahrten lieferte die Firma Federal Signal. Weitere Blitzer sind zwischen den Türen, an der Front und am Heck angebracht.

  

Fahrgestell: MAN TGM 18.330 4x2 BB

Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor Common Rail

Hubraum: 6871 ccm

Motorleistung: 240 kW/330 PS

Maximales Drehmoment: 1250 Nm

Getriebe: Tipmatic

Radstand: 4250 mm

Aufbau: Empl

Besatzung: 1+5

Wassertank: 3000 l

Schaummittelbehälter: 50 l Klasse A 200 l Klasse B

Pumpe: PF Jöhstadt

FPN: 15-2000

Pumpenleistung: 2000 l/min bei 15 bar

Besonderheiten Zumischeinrichtung: PF Jöhstadt

Seilwinde: Ramsay

Lichtmast: Fireco 4x500 W

Länge: 8120 mm

Breite: 2500 mm

Höhe: 3030 mm

Zulässiges Gesamtgewicht: 18.000 kg

Baujahr: 2007

 

Aufbau

Den Aufbau erstellte Empl in einer geschweißten Edelstahlprofilkonstruktion mit Aluminiumverblechung. Die mit Griffstangen ausgestatteten Rollläden sind verschließbar ausgeführt. Die Inneneinrichtung wurde mit Drehwänden und Auszügen ausgestattet. Die im Heck installierte Pumpe des Typs FPN 15- 2000 ist mit einem vollautomatischen Zumischsystem PV-Tronic gekoppelt, das eine Zumischung zwischen 0,1 und 6 Prozent erlaubt. Die Löschmittelbehälter fassen 3000 Liter Wasser, 50 Liter Klasse A-Schaummittel und 200 Liter Mehrbereichsschaummittel. Über der Pumpe befindet sich ein elektrisch aufrollbarer Schnellangriff mit 40 Meter Schlauchlänge. Eine Besonderheit ist noch eine Aufbauheizung, die der Vermeidung von Frostschäden im Winter dient.

 

Ein pneumatischer Lichtmast von Fireco mit vier 500 Watt-Scheinwerfern ist im vorderen Bereich des Aufbaus eingebaut. Vor der Stoßstange ist eine elektrische Seilwinde von Ramsay mit 40 Meter Seil und   Kabelfernbedienung angebracht. Die Schiebleiter auf dem Fahrzeugdach kann mit Hilfe eines Leiterentnahmesystems einfach und schnell entnommen werden. Der Zugriff auf die Saugschläuche im speziell hierfür ausgeführten rechten Dachkasten ist ebenfalls vom Boden möglich. Die weitere Ausstattung umfasst   neben der obligatorischen Ausrüstung für die Brandbekämpfung einem Holmatro Rettungssatz, Rettungssäge, Überdrucklüfter und Generator. Kleinmaterial ist in einfachen serienmäßigen Kunststoffkisten verlastet. Das hier vorgestellte Fahrzeug ist auf der Feuerwache Kesklinna, der Hauptwache der estnischen Hauptstadt Tallinn im Dienst. Pääste bedeutet Rettung.

 

 

 

Bild 1: Tanklöschfahrzeug TLF 3000 auf MAN TGM 18330 4x2 BB mit Empl-Aufbau für die 

          Berufsfeuerwehr der estnischen Hauptstatt Tallinn von 2007

 

Bild 2: Der aus Edelstahlprofilen und Aluminiumblechen gefertigte Aufbau zeichnet sich durch

          seine tief heruntergezogenen Geräteräume aus. Abschließbare Geräteraumverschlüsse

          mit Greifstangen erlauben den optimalen Zugang zur Ausrüstung. Den Zugang zum Dach

          gewähren die beiden abklappbaren Steigleitern.

 

Bild 3: Der rundum komplett tief herunter gezogene Geräteraumboden ermöglicht die bequeme

          und sichere Entnahme der hier gelagerten schwereren Geräte. Fahrerseitig befinden sich

          mit dem hydraulischen Holmatro-Rettungsgerät und dem Trennschleifer sowie Werkzeug-

          kasten, Absicherungsgerät und Gerätekästen die Utensilien für technische Hilfeleistungen.

 

Bild 4: Auf der Beifahrerseite ist die Ausrüstung für den umfassenden Löschangriff zusammen-

          gefasst. Im mittleren Fach lagern die Rollschläuche und im hinteren Geräteraum sind

          Wasser führende Armaturen und Strahlrohre untergebracht. Der tragbare Endress-

          Generator dient zur Stromversorgung der Elektrowerkzeuge und Beleuchtungsmittel an

          der Einsatzstelle.

 

Bild 5: Beim Tanklöschfahrzeug TLF 3000 übernahm Empl die von MAN serienmäßig lieferbare

          Doppelkabine. Im Mannschaftsraum sind vier Sitzplätze mit integrierten Halterungen für

          Pressluftatmer ausgerüstet.

 

Bild 6: Die am Heck eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe vom Typ FPN 15-2000 wurde von der

          Pumpenfabrik Jöhstadt gefertigt. In die Pumpenanlage integriert ist die vom gleichen

          Hersteller stammende Zumischeinrichtung für eine Dosierung von 0,1 bis 6 Prozent.

          Darüber ist die Schnellangriffseinrichtung mit 40 Meter SSchlauch installiert.

 

Dieser Artikel erschien in der Loseblattsammlung "Deutsche Fahrzeuge Edition" (download pdf)

Text und Fotos: Dirk Wieczorek