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Vier Sattelauflieger (Gefahrgut, Gefahrgut-TUIS, Pumpen-Schlauch und Schaum) darf die WF InfraLeuna seit März dieses Jahres ihr eigen nennen. Am Anfang stand eine vage Idee, die in enger Zusammenarbeit zwischen der Werkfeuerwehr und dem Hause Empl zu einer innovativen und bis dato einzigarten Aufbauweise im Feuerwehrsektor geführt hat.

 

Frank Hesselbarth, Leiter des Fachbereiches Werkfeuerwehr der InfraLeuna GmbH:

„Im Rahmen der Gesamtplanung des Technikersatzes für die Werkfeuerwehr war auch der Ersatz des bestehenden Wechselladesystems (zwei Zugmaschinen mit Meiler-Transportsystem und 6 Container mit unterschiedlichen Beladungen) vorzubereiten. Ziel war es, die Vorzüge des alten Systems (Verlastung schwerer Geräte auf Rollwagen und ebenerdige Entnahme) beizubehalten und in Sachen Alarmorganisation (Ausrückzeit, Auf- und Absattelvorgang, Verfügbarkeit der Spezialtechnik an der Einsatzstelle) wesentlich besser zu werden. Nach vielen Recherchen möglicher technischer Lösungen und sehr vielen Diskussionen kam die Sattelzugtechnik in den Fokus. Millionenfach bewährte Zugmaschinen ohne komplizierte Zusatztechnik und wesentlich größere Beladevolumina gegenüber klassischen Containern boten die gesuchten Vorteile für die Neuorganisation. Nachdem mit der Seitenlifttechnologie auch noch eine Lösung der Entnahmeproblematik gefunden war, konnten die Ideen mit einem guten Partner realisiert werden.“

 

Sowohl der feuerwehrtechnische Aufbau als auch die Auflieger wurden komplett von der Fa. Empl konstruiert und gebaut. Nur so konnte sichergestellt werden, dass alle Erfordernisse der Werkfeuerwehr umgesetzt werden konnten.

 

Die Feuerwehrauflieger Gefahrgut und Pumpen-Schlauch sind über Seitenlifte (1.000 kg) verschlossen, welche ein Be- und Entladen der Rollcontainer und der restlichen Beladung schnell und ergonomisch ermöglichen.

 

Die vorderen Geräteräume sind mit Rolltoren verschlossen und über abklappbare Tritte zugänglich.

 

Die Energieversorgung des LED-Lichtsystems und der Seitenlifte erfolgt über ein am Sattel verbautes Batteriesystem, welches über das Fahrgestell bzw. über einen an der Stirnseite verbauten tragbaren Generator versorgt wird.

 

SATTELAUFLIEGER – GEFAHRGUT + GEFAHRGUT TUIS

Beide Auflieger sind fast baugleich ausgeführt und mit einem großen Sortiment aus Gefahrgutausrüstung bestückt. In G1 und G2 ist ein Großkompressor ver-baut, welcher auf dem Auflieger betrieben werden kann und zum Antrieb einer Druckluftmembranpumpe benötigt wird. Chemieschutzanzüge und div. Zusatzbeladungen befinden sich in G3 und G4. Je 4 Stck. Rollcontainer links und rechts können über die Seitenlifte entnommen werden. Im Heck ist eine abklappbare Plattform montiert, die eine Entnahme der durch den Aufbau gelagerten formstabilen Chemieschläuche ermöglicht.

 

Frank Hesselbarth:„Der Gefahrgutauflieger ist am Chemiestandort für den Ein-satz zur Beseitigung von Stoffaustritten in Chemieanlagen als auch auf Trans-portwegen (Straße, Schiene) vorgesehen. Neben Technikausstattungen zum Auffangen, Abdichten oder Umpumpen ist auf dem Auflieger zusätzlich ein komplettes Dekon-System untergebracht. Entnahme, Transport und Einsatz der technischen Einrichtungen sind so organisiert, dass sie auch mit den vergleichsweise kleinen personellen Ressourcen einer Werkfeuerwehr sicher realisiert werden können. Die Werkfeuerwehr der InfraLeuna GmbH ist seit 1991 Mitglied im Transport – Unfall – Informations – und Hilfeleistungssystem (TUIS) des VCI (Verband der Chemischen Industrie) und sowohl als Notfallleitstelle als auch in der Hilfeleistungsstufe 3 (Hilfe mit Mannschaft und Gerät vor Ort) aktiv. Zur Optimierung derartiger Einsätze und zur wesentlich verbesserten Unterstützung öffentlicher Gefahrenabwehreinheiten, ohne Einschränkungen für die Sicherheit des Chemiestandortes, wurde der TUIS–Auflieger konzipiert.“

 

SATTELAUFLIEGER – PUMPEN-SCHLAUCH

Wie schon die Sattelauflieger Gefahrgut verfügt auch der Sattelauflieger Pum-pen-Schlauch über G1-G4 und Ladeflächen für Rollcontainer, über Seitenlift zugänglich. Zusätzlich ist der Heckbereich ebenfalls als Ladefläche ausgeführt, die über eine faltbare Ladebordwand verschlossen wird und ein Verlegen von 3.000 m B-Schlauch (auf 3 Stk. Rollcontainer aufgeteilt) während der Fahrt ermöglicht.

 

Frank Hesselbarth: „Der Sattelauflieger Pumpen – Schlauch deckt Einsatzszenarien um das Thema Wasser ab. Hochwasser, Starkregen mit vielen gleichzeitigen Einsatzstellen, Rohrbrüche in Unterflursystemen mit Durchmessern bis 1.400 mm oder Engpässe in der Wasserversorgung zur Brandbekämpfung sind da zu nennen. Motorpumpen, elektrische Pumpen, Schieberschlüssel, Planwerke für die Unterflursysteme und Schlauchleitungen bis 3.000 m zur fast personalfreien Verlegung sind die verlasteten Mittel zur Bewältigung derartiger Aufgaben.“

 

SATTELAUFLIEGER – SCHAUMRESERVE

Neben den Geräteräumen 1 - 4, die zur Unterbringung von div. Wasserwerfern und Armaturen genutzt werden können, verfügt das Fahrzeug über einen 11.000 l Schaumtank, aus welchem eine Schaummittelpumpe (1.000 l/min.) Schaummittel auf andere Fahrzeuge verteilen kann.

 

Frank Hesselbarth: „Der Sattelauflieger dient der Bereitstellung einer bei größeren Einsätzen erforderlichen Schaummittelreserve. Durch die installierte Pumpe kann das Schaummittel von einer zentralen Stelle auf die positionierten Einsatzfahrzeuge verteilt werden. Die Pumpe ist so konzipiert, dass auch weitere über dritte bereitgestellte Reserven optimal verteilt werden können. Dabei ist es unerheblich, ob diese Reserven in Fässern, IBC, oder wie mit unserem Kooperationspartner (der Werkfeuerwehr der TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH) vereinbart, in 20 m³-Trailern erfolgt.“

 

Wieder einmal konnte die Fa. Empl die Fachwelt der Werkfeuerwehren überzeugen und gemeinsam mit der Feuerwehr eine Innovation präsentieren. Ganz nach dem Motto:

 

Anfangs eine starke Idee – tatsächlich noch viel besser!

 

Hintergrund Chemiestandort Leuna:

 

Leuna ist mit einer Fläche von 1.300 Hektar - dies entspricht 1.800 Fußballfel-dern - der größte Chemiestandort der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1990 haben sich international tätige Konzerne wie ARKEMA, BASF, DOMO, Eastman, Innospec, Linde und TOTAL ebenso wie zahlreiche mittelständische Unternehmen für den Standort Leuna entschieden und bis jetzt mehr als 6 Milliarden Euro investiert.

 

Vor 100 Jahren gegründet, ist der Chemiestandort Leuna heute ein Industrieareal mit über 100 Unternehmen und etwa 9.000 Arbeitsplätzen. Auf Wachstum orientierte Chemieunternehmen und chemienahe Dienstleister finden in Leuna exzellente Möglichkeiten, ihre Position auszubauen.

 

Die InfraLeuna GmbH ist Eigentümer und Betreiber der Infrastruktureinrichtun-gen am Chemiestandort Leuna. Die Geschäftstätigkeit der InfraLeuna ist in erster Linie darauf gerichtet, allen Standortunternehmen Infrastrukturdienstleistungen und -lieferungen zu möglichst günstigen und international wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung zu stellen.

 

Die konsequente Umsetzung des Chemieparkkonzeptes, mit der InfraLeuna GmbH als unabhängigem Betreiber aller Infrastrukturen, sichert die Synergien des Chemiestandortes Leuna. Das Chemieparkkonzept erwies sich jedoch nicht nur als solide Basis für die vertrauensvolle, auf den gegenseitigen Vorteil orientierte Zusammenarbeit der in Leuna tätigen Chemieunternehmen, sondern es wurde auch zum Vorbild für die Restrukturierung anderer Chemiestandorte in Deutschland und weltweit.